
Während das neue Buch „Brainspotting in der Praxis – Traumatherapie, wo Reden nicht reicht“ (Wolfrum, 2026) noch ausschließlich Bezug auf das „konventionelle“ Brainspotting-Verfahren nimmt, hat das Team von Brainspotting-Germany inzwischen eine Weiterentwicklung des Verfahrens um den Aspekt der Potenzialfokussierung vorgenommen: das Potentialfokussierte Brainspotting.
Die Potentialfokussierung bezieht sich auf das jedem Menschen innewohnende Entwicklungspotenzial, welches durch wohlwollende Menschen der Umgebung gefördert und angeregt, durch weniger wohlmeinende, durch Unfälle oder Schicksalsschläge beeinträchtigt oder fast ganz zum Erliegen kommen kann.

Aufgrund der Neuroplastizität unseres Gehirns müssen aber frühe Schädigungserfahrungen keineswegs lebenslang bestehen bleiben oder Folgen nach sich ziehen, sondern können mit geeigneten Methoden durchaus einer nachträglichen Veränderung und günstigeren Verarbeitung zugeführt werden. Hier eignen sich körperorientierte Verfahren am besten, denn die Körperebene dürfte die tiefste Ebene von subjektiver Wahrheit repräsentieren – dies macht sich das potenzialfokussierte Brainspotting zunutze.
Jenseits erlebter traumatischer Erfahrungen ist gerade dieser Ansatz beim Traumapatienten sehr hilfreich, vermutlich werden hierdurch auch selbstregulative Heilungsprozesse angeregt und die PatientInnen erneut ins Staunen versetzt. Dies kann gerade bei PatientInnen, die längst in das sog. “Desillusionierungs-Schema” gerutscht sind, sehr hilfreich sein und vielleicht sogar zu einem Wendepunkt in der Therapie führen.